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Cashewkerne
Die unbekannte Geschichte hinter einer bekannten Nuss

Cashewkerne sind als Küchenzutat und als Snack ein beliebter Gaumenschmaus. Über ihre Herkunft und Herstellung wissen die meisten Menschen aber recht wenig. Sie finden sich am unteren Ende einer auffälligen Doppelfrucht eines 10-12 Meter hohen Baums, der im tropischen Klima verschiedener Länder wächst. Um die nierenförmige Nuss zu gewinnen und genießbar zu machen, muss die Frucht aufwendig verarbeitet werden.

Cashewäpfel

 

Cashewkerne – ein Kolonialprodukt aus Brasilien erobert die Welt

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Cashewkerne sind ein Kolonialprodukt: Als die Portugiesen den Seeweg nach Brasilien entdeckten, stießen sie dort auf den Cashewbaum und verbreiteten ihn in die weite Welt. Genutzt wurde er bereits von dort lebenden Indios. Während diese es aber vor allem auf die apfelförmigen Früchte und deren süßlichen Saft abgesehen hatten, werden Cashewkerne aus deren Fortsatz gewonnen. Wie eine Art Doppelfrucht sehen die sogenannten Cashewäpfel aus. Aus ihrem unteren Ende heraus wächst ein zweiter, nierenförmiger Teil. Aus diesem wird die Nuss gewonnen. Und sie gaben dem Baum in der Sprache der Indios auch seinen Namen: Acaju, was übersetzt „Nierenbaum“ bedeutet.

Die Pflanze selbst ist relativ anspruchslos und der Baum lässt sich auch gezielt anbauen, um erosionsgefährdeten Boden besser zu befestigen. Die Portugiesen sorgten für seine Verbreitung erst in Afrika. Hier wurde er in der portugiesischen Kolonie Mosambik angebaut und auf dem Seeweg auch nach Indien weiterverbreitet, das im 20. Jahrhundert zum Produktionszentrum für Cashewkerne wurde. Später holten asiatische Länder wie Vietnam und Indonesien auf. Während der Baum selbst einfach wächst, muss die Frucht aufwendig verarbeitet werden. Die Produktion von Cashewkernen richtet sich so auch nach der Frage, wo es billige Arbeitskräfte gibt, die dies leisten.

Cashew Baum


Steigende Cashewproduktion – unter schwierigen Bedingungen

Die wirtschaftliche Konzentration auf Cashewkerne führte in Kombination mit ökologischen Monokulturen zur Verarmung der Bevölkerung und daraus resultierenden Hungersnöten. Die Cashewproduktion wird deshalb zum Teil staatlich subventioniert und im Jahr 2009 wurde beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Zusammenarbeit mit Verbänden eine eigene Cashew-Initiative gegründet. Sie soll die afrikanischen Kleinbauern unterstützen, die ganz erheblich zur Produktion von Cashewkernen beitragen aber durch ihre Position in der globalen Wertschöpfungskette einen schweren wirtschaftlichen Stand haben. Wie sich der Seite des Bundesministeriums entnehmen lässt, steigt die Cashewproduktion jährlich.


Anspruchsloser Anbau – aber aufwendige Verarbeitung der Nuss

Cashews lassen sich nicht nur in einem einzelnen Monat ernten. Die Haupternte liegt in der Zeit von Februar bis Mitte April. Der Baum wirft gleich verschiedene Produkte ab. Neben der Nutzbarkeit der Vitamin-C-haltigen Äpfel für die Gewinnung eines speziellen Safts und die Verarbeitung zur Marmelade lässt sich auch das Öl nutzen. Dieses kommt in industriellen Verarbeitungsprozessen der Kunststoffindustrie zum Einsatz. Die verarbeiteten Cashewkerne wiederum sind ein trockenes Produkt, das nicht schnell verdirbt. Es eignet sich deshalb zum Export und wird weltweit gerne gegessen.

Youtube Video Cashewkerne Anbau auf der Caju Farm in Brasilien

Der Cashewbaum lässt sich überall im tropischen Klima anbauen. Die Nuss wird erst nach den Cashewäpfeln reif. Beim Anbau wird sie von vom Baum abgefallenen Cashewäpfeln geerntet. Der untere Teil der Frucht wird dazu abgetrennt und weiterverarbeitet. Er enthält ein nicht genießbares Öl. In einem Hitzeverfahren mit Dampf oder in heißem Öl wird die Nussfrucht davon separiert. Anschließend muss sie in einem weiteren Verfahren sanft geröstet werden.

Die Schale, in der die Nuss sich befindet, soll dadurch brüchig werden – ohne dass die Nuss dabei jedoch anbrennen darf. Anschließend wird die Schale aufgebrochen, ohne dass die Nuss dabei brechen soll. Dies geschieht zumeist von Hand und erfordert einen entsprechenden Aufwand. Von der so geschälten Nuss muss schlussendlich noch eine Samenhaut durch Hitzebehandlung abgelöst werden. Erst ganz am Ende dieses Verarbeitungsprozesses stehen genießbare Cashewkerne.

 

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